Oliver Krautscheid: Warnung vor zu starker Derivate- Regulierung

Bezüglich eines von der Bundesregierung vorgelegten Finanzmarktregulierungsgesetz haben Börsen und Banken, in einer Anhörung des Finanzausschusses Änderungen des Entwurfes verlangt, um unkalkulierbare wirtschaftliche Risiken zu vermeiden.

Das EMIR Ausführungsgesetz bezieht sich auf die unmittelbar geltende EU- Verordnung zur Finanzmarkregulierung. Die EU Verordnung sieht vor, dass bestimmte Derivategeschäfte künftig nicht mehr außerhalb von der Börse direkt zwischen den Geschäftspartnern abgewickelt werden dürfen (over the counter). Vorgesehen für diese Derivategeschäfte ist vielmehr, dass sie über zentrale Clearing Stellen geleitet und in Transaktionsregistern dokumentiert werden.

Die Finanzaufsicht erhofft sich dadurch einen besseren Überblick über die Marktaktivitäten und Risikooptionen zu erlangen. Hintergrund dessen, ist das die Finanzkrise bereits deutlich gezeigt hat, dass Intransparente, frei abgeschlossene Derivategeschäfte zu großem Misstrauen gegenüber Banken geführt und die Funktionsfähigkeit der Märkte beeinträchtigt hätte

Das DIW (Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung) äußerte Bedenken hinsichtlich des Vorhabens. Durch die Bildung größerer Einheiten am Derivate-Markt würden neue Risiken geschaffen werden. Dabei weist das DIW darauf hin, dass es eine Katastrophe wäre, wenn eine zentrale Clearing Stelle eines Tages ausfalle würde. Daher empfehlen sie vielmehr zu prüfen, ob die Nutzung von OTC- Derivaten nicht insgesamt eingeschränkt werden sollen. Weiter ist Transparenz die Vorstufe der Regulierung. Daran sollte gearbeitet werden.

 

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